Nadeldose mit Jelling-Schnitzereien Teil 1

Hallo,

wie bereits angekündigt, habe ich mir für mein neues Schnitzprojekt was moderneres vorgenommen. Das letzte war ja vom Osebergschiff – jetzt kommt was aus dem 10. Jahrhundert im Jellingsstil. In diesem Beitrag könnt ihr ein paar Werkstattbilder vom Weg aus den Abbildungen zu den ersten Schnitten sehen.

Im Museum im Haithabu bin schon vor dem Prachtschwert von Busdorf gestanden und dachte mir: “Also ehrlich, wenn ich ein Schwert wollte, genau das wäre es!” Ich kann aber nun mal mit einem Schwert nicht viel mehr anfangen als es anzuschauen. Also musste das Greiftier auf einen Gegenstand mit eher praktischem Bezug.

Zufälligerweise hat so ein Schwertknauf so ungefähr die Dimensionen der Nadeldose aus Birne, die ich für ein Schnitzprojekt vorbereitet habe. Das Abzeichnen des Greiftieres haben bereits Archäologen übernommen, denen man für ihre Arbeit gar nicht genug danken kann; ich musste nur noch ein Raster draufmalen und erst auf Papier, dann auf Holz abzeichnen.

Die Übertragungsmethode habe ich bei der letzten Nähzubehördose bereits erprobt. Auf das mit Leinöl eingelassene Holz wird zuerst dünn mit Bleistift vorgezeichnet – kleine Fehler lassen sich einfach abwischen – dann mit dickerem Strich die Linien deutlich zeichnen. Das Muster wird mit dem Kerbschnitzmesser eingeschnitten, dann mit einem weichen Radiergummi so lange drübergerubbelt, bis der Bleistift weg ist und der Gummiabrieb in den Schnitten hängt. Das Ergebnis sieht man auf dem Bild unten.

Im Moment bin ich halbwegs eifrig am Schnitzen, das dauert aber doch noch ein wenig. Sobald das erledigt ist und die Blechteile zum Deckelfesthalten angenietet sind, melde ich mich mit dem fertigen Doserl und Bildern, die weniger nach Werkstattskizzen aussehen.

Liebe Grüße

Andreas

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Mach aus der Not eine Tugend!

Hallo,

nachdem ich die letzten Male am Brenner immer nur Blümchen, Sternchen oder Wikingerperlen produziert habe, hatte ich Lust auf was Neues. Mit Stringermalerei stehe ich seit jeher auf Kriegsfuß, denn ich schaffe es einfach nicht, schöne gerade Linien oder kontrollierte Schnörkel auf die Glasperlen zu “zeichenen”. Also habe ich mir gedacht: “Mach aus der Not eine Tugend!” und Perlen mit krakeligen Linien gemacht. Noch ein paar unregelmäßige geschichtete Pünktchen dazu und fertig waren die kleinen Klunker.

Grün- und Blautöne

Orange- und Rottöne

Violett- und Rosatöne

Nach dem Abkühlen und Reinigen des Perlenkanals habe ich die großen Perlen ins Ätzmittel gepackt, wodurch sie diese schöne, matte Oberfläche bekommen haben. Ich habe auch einige kleine Perlen, mit weniger Verzierung gemacht, die ich als passende Zwischenperlen verwenden möchte.

Hier noch mal alle zusammen:

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich alle zusammen verarbeiten werde, oder ob nach Farben getrennte Schmuckstücke entstehen sollen. Bis mich die Inspiration dafür erreicht, werde ich mich einfach so an ihnen erfreuen…

Liebe Grüße

Michaela

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Schüssel

Hallo,

es hat mich schon länger mal gereizt aus einem Stück Baum eine Schüssel zu basteln. Als die Stadtgärtner im nahen Park ein paar alte Bäume umschlugen habe ich zugeschlagen und ein Stück Baum von einem großen Haufen Baumteile erbeutet, der sich auf der Hundewiese türmte.

Der Geruch des Astabschnittes war etwas abstossend, hat mich aber nicht abgehalten, das Teil mitzunehmen – besonders weil ich es eh schon angefasst hatte, bevor sich die duftliche Note aufdrängte. Ich habe das Holzstück auch gleich abgewaschen, aber es müffelte immer noch. Hatte ich zunächst als Duftspender eine Katze vermutet, die auf der Hundewiese durch Markieren klarstellen wollte, wer da die dominante Spezies ist, reifte in mir der Verdacht, dass es sich vielmehr um eine eklige Eigenschaft des Holzes handelt.

Das stellte sich auch als richtig heraus, nach ein paar Wochen trocknen lassen war der Duft nach Katzenpippi verflogen. Ich wüsste nur gerne, was für ein seltsamer Baum sich so einen üblen Mief zulegt und welch verschnupfter Gärtner auf die Idee kommt, den im Park anzupflanzen. Na ja, vielleicht war er ja im Sommer immer besonders hübsch?

Zurück zur Schüssel: Das noch feuchte, duftende, erntefrische Holz bekam erst mal ein großes Loch. Dafür war der Hohlmeissel da, der aber keinen schönen Schüsselboden schnitzen kann. Das macht aber nichts, es wurde ja eine Ablageschüssel und kein Trinkbecher. Die Aussenform ist mit der Axt dem Verlauf der Innenform angepasst, wurde also gekrümmt-trichterförmig. Für’s schön formen und glätten war dann das Schnitzmesser da und nach dem Trocknen gab’s ordenlich Holzpflegemittel (Öl/Wachsmischung).

Mittlerweile wohnen ein großer Feuerstein (im Ostseeurlaub gesammelt) und unser Feuerzwerg in der Schüssel, die ihrerseits im Wohnzimmerregal eingezogen ist.

Liebe Grüße

Andreas

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Schappeseide weiß und bunt

Hallo,

es ist schon eine Weile her, da habe ich mich der bunten Färberei hingegeben. Da ich im Moment, was Kammzüge & Co. angeht, keine großen Bestände mehr habe, hab ich mich entschlossen, Seide zu färben.

Von einer Freundin bekam ich vor etwas längerer Zeit einen ganzen Sack Schappeseide im Vlies, den sie aufgrund einer Allergie leider nicht verspinnen kann. Ich verarbeite diese Seide sehr gerne, auch wenn man daraus kaum einen gleichmäßigen Faden spinnen kann.

Man wird regelrecht gezwungen, der Seide ihren Willen zu lassen und einen knubbeligen Faden zu spinnen. Das macht das Werkeln aber sehr entspannend, da man sich nicht auf die Fadenstärke konzentrieren muss, sondern einfach mal den Fingern freien Lauf lassen kann.

Schappeseide
zweifach gezwirnt

Das Garn hat in weiß einen ganz eigenen Charme und doch ich habe mich entschlossen, das restliche Vlies mit Ashford Farben zu färben. Die Farben wurden ganz bewusst seeeeeehr quietschig, denn ich möchte sie gerne alle zusammen dann zu einem kunterbunten Stück dickem Stoff verweben.

Ihr seht, als ich quietschbunt sagte habe ich WIRKLICH quietschbunt gemeint. Das blau-braune Vlies habe ich schon versponnen und gerade ist das sonnengelbe auf dem Rädchen. Ich bin schon ganz neugierig, wie sich das Ganze verwoben macht.

Weil es so schön ist, gibt es nochmal ein Gemeinschaftsfoto und sobald ich alles versponnen habe, zeige ich euch die Ergebnisse.

Liebe Grüße

Michaela

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Work in progress Teil 1- Tasche inspiriert durch Taschenbügelfunde in Haithabu

Hallo!

Dass es um meine Werkelein eher ruhiger ist, liegt daran dass ich im Moment ein ziemliches Großprojekt am Start habe, dass langsam aber doch immer ‘fertiger’ wird und nun kann ich euch auch die ersten Bilder davon zeigen.
Ich arbeite an der Umsetzung einer Umhängtasche für die immer näher kommende Mittelaltersaison. Dazu orentiere ich mich an Funden von Taschenbügeln aus Haithabu. Da nicht viel mehr als die Bügel gefunden wurden, ist das genaue Aussehen so einer Tasche natürlich reine Spekulation und so hat man auf der einen Seite zwar gewisse ‘Narrenfreiheit’, auf der anderen Seite muss man schon gut überlegen was trotz der Möglichkeiten wohl das wahrscheinlichste gewesen wäre. Und genau diese Erkenntnis stellt sich oft erst während des Werkelns ein. Zumindest bei mir…

So erschien es mir am Anfang noch eine gute Idee zu sein die Tasche Nadelzubinden. Dazu habe ich handgesponnene Wolle verwendet, die ich mit Schilfblüten grün gefärbt habe (die Wolle habe ich euch hier schon mal gezeigt) und im Oslostich gearbeitet. Das ging recht flott dahin doch während dem nadeln hatte ich die erste Erkenntnis: Die Wikinger haben Taschen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht nadelgebunden. Der Wollverbrauch ist nicht zu unterschätzen (wenn man bedenkt wieviele Füsse man mit der gleichen Menge warm halten könnte…) und obwohl es ein dichtes Gewebe ergibt, ist es dennoch sehr elastisch und somit geht ohne Innenfutter gar nichts ohne dass es ausleiert und ausbeult -> noch mehr Garn nötig!
Auftrennen wollte ich das Ganze dann aber auch nicht, also habe ich noch einen Abschluss aus ebenfalls handgesponnenen und krappgefärbten Garn gemacht und erstmal gegrübelt.

Als nächster Schritt musste also ein Innenfutter her. Da habe ich mich dann (dank meiner neuesten Erkenntnisse :-P ) gleich dazu entschieden meinen Webrahmen zur Hilfe zu nehmen. Dann einmal schnell in den Wollvorräten stöbern, schnell den Webi aufspannen, schnell Stöffchen weben und nach 3 Stunden hatte ich ein passendens Stück handgewebten Stoff, das nur noch zum Innenfutter werden musste.

Verwendet habe ich wieder pflanzengefärbtes Garn. Den mittleren Bereich der Kettfäden bildet ein Multicolorgarn dass ich mit drei unterschiedlichen Zügen roter Zwiebel gefärbt habe. Am Rand habe ich dann noch eine missratene (weil total fleckige) Birke Färbung verwendet. Das gleiche Garn bildet auch den Schußfaden und in Kombination gefällt mir der so entstandene Stoff so gut, dass ich erstmal mit mir hadern musste ihn ‘nur’ als Innenfutter zu verwenden.
Das Annähen ging zum Glück ganz schnell und passend dazu tauchte auch Uwe mit den fertigen Taschenbügeln aus dem Keller auf.

Somit stehen jetzt die nächsten Schritte an: Tasche an Bügel nähen und eine schöne Lösung für den Träger überlegen. Aber dazu das nächste mal mehr…

Viele liebe Grüße,

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Diesmal sind es wirklich Blümchen…

Hallo,

ja, ich gebe es zu: das Glasfieber hat mich wieder gepackt und ich kann es einfach nicht lassen immer neue Glaswerkeleien zu machen.

Da ich ja im letzten Glas-Blog-Beitrag von Sternen/Blümchen erzählt habe, sollte es heute klar sein, was ich gewerkelt habe.

Während ich so am Brenner saß und Sternchen um Sternchen gebastelt habe, kam mir die Idee, die Ärmchen einfach etwas kürzer zu machen und die Seiten auch nicht zu verziehen und so waren die Blümchen geboren. Und jetzt kann ich nicht mehr aufhören diese kleinen Knubbels zu machen…

Das hier war aber nur der vorläufige Zwischenstand von letzter Woche. Mittlerweile ist das Blumenhäufchen auf 22 Stück angewachsen.

Ich glaube, ich habe ein Problem… *hilfe*

Liebe Grüße

Michaela

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Nadeldose mit Osebergschnitzereien Teil 3

Hallo,

die Trilogie ist abgeschlossen! Teil 1 Teil 2

Es war ja schon fast alles fertig bei Teil 2 – zumindest auf einer Seite der Nähzubehördose. Mittlerweile sind beide Schnitzbilder zu Ende geschnitzt, es ist mir sogar geglückt, dass beide fast – aber nur fast – gleich aussehen. Wer möchte, kann ein Suchbildrätsel spielen, es geht sogar mit den Fotos und hat ein wenig damit zu tun, dass es wie beim Original drei- und vierfingrige Hände gibt.

Michaela hat mir einige ihrer Wikingerglasperlen für die Bilder geliehen, damit das ganze mehr Farbe und Glanz bekommt. Ausser Perlen haben natürlich auch Nadelbindenadeln in der Dose Platz – bis zu 10cm Länge passen rein. Damit da auch nichts rausfällt, wird der Deckel mit zwei Kupferblechstreifen festgehalten. Die beiden Kupferstücke sind mit Kupfernieten befestigt, die ursprünglich mal einfacher Draht waren. Loch bohren, Draht reinstecken und auf knapp unter zwei Millimeter abschneiden, erst flach- dann rundklopfen – das war’s auch schon.

Es wird sicher mal ein weiters Döschen mit Schnitzereien geben, sobald die Inspiration dafür da ist. Im Moment habe ich ja die Verzierungen vom Schwert von Busdorf im Auge, weil es vier fast – aber eben nur fast – identische Greiftiermuster hat…

Liebe Grüße

Andreas

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Würmli

Hallo,

ich hatte viel zu viele Messingstangen übrig. Das liegt daran, dass ich dachte, dass ich beim Messerbauen viel mehr davon verschleisse, bis ich brauchbare Ringerl rausbekomme. Das lief aber besser als gedacht… Vom Ringe Biegen ist sogar ein Spiralabschnitt übrig geblieben.

Was macht man aus einem ringförmigen Drahtirgendwas? Eh klar, einen Fingerring. Eher aus Langeweile habe ich ein wenig drauf rumgeklopft, in der Erwartung, dass da schon eine Form drinnen steckt, die noch gefunden werden will. Als das Messing durch das Gehämmere hart wurde und sich nicht mehr weiter verformen wollte, habe ich beim Versuch des Weichglühens an Michis Glasperlenbrenner das Metall überhitzt und es ist alles Unnötige abgebrochen. So wurde Würmli im Feuer geboren.

Würmli war den Enden noch ganz ausgefranst und musste rundgefeilt werden, ausserdem war Würmli noch gesichtlos. Das Gesicht entstand mit Hammer und Meissel, Augen und Nasenlöcher mit dem Körner, eine Feile hat zum Lächeln verholfen. Abschliessend wurde Würmli mit Stahlwolle abgerubbelt, damit es in mattiertem Glanz strahlen kann.

Was aus Würmli wird? Ich weiss noch nicht, ob es bei mir bleiben will oder ein neues Zuhause sucht. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Liebe Grüße

Andreas

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Auf Wunsch meiner Herzdame…

… habe ich ein paar Taschenbügel nach Haithabu-Fund gearbeitet.

Die Vorlage hierfür habe ich aus dem Buch “Die Holzfunde von Haithabu”. Eine genaue Rekonstruktion ist, trotz Schautafeln, recht schwierig. Hier ist, was die Masse angeht, nämlich sehr pauschal die Rede von “… 181-496mm Länge und einer Stärke von 7-13mm…”. So habe ich einfach eine der abgebildeten Zeichnungen genommen und massstabsgetreu eine Schablone aus Papier mit einer Breite von ca. 360mm angefertigt. Die Schablone habe ich auf das Holz übertragen und dann alle Schlitze und Löcher ausgesägt bzw. gebohrt. Erst zum Schluss habe ich die Bügel der Länge nach halbiert, so dass es sich hier um echte Zwillinge handelt.

Was das Material angeht, habe ich mich, nach Absprache mit meiner Herzdame, aus ästhetischen Gründen für Kirsche entschieden. Im Buch ist Esche und Ahorn angeführt, also muss ich wohl an dieser Stelle erwähnen, dass die Taschenbügel nicht authentisch sind.

Was Alex genau damit vorhat? Nun ja, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Tasche handel dürfte, ist wohl keine großes Geheimnis. Aber mehr dazu erfahrt Ihr in Kürze hier…

- Uwe -

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Wikingerperlen für meine Gewandung – Teil 2

Hallo,

über’s Wochenende habe ich fleißig hinter dem Brenner gesessen und jede Menge kleiner Klunker für meine Perlenketten gemacht. Momentan arbeite ich mich durch die am meisten gebräuchlichsten Farben für einfarbige Perlen. Blau dominierte gefolgt von gelb, grün und weiß.

Außerdem habe ich angefangen die ersten melonig gerippten Perlen zu machen. Diese waren immer einfarbig und waren eine sehr weit verbreitete und geläufige Form in Haithabu. Die Rippenzahl schwankte zwischen 4 und 18 Rippen, am häufigsten gab es jedoch 5 bis 8 Rippen. Ich habe mal mit den 4-rippigen Perlen angefangen und auch hier halte ich mich wieder an die gefundenen Farben. Melonenperlen waren nämlich zum größten Teil in grün gefolgt von blau. Andere Farben waren wieder eher seltener vertreten.

Eigentlich hätte ich auch schon eine ganze Menge gelber Perlen gemacht, doch die hatten andere Pläne. Fast alle gelben Perlen sind mir beim reinigen der Perlenkanäle geknackt und so gibt es nur einige spärliche Überreste… : (

Ich habe auch schon die ersten zwei Mehrfachperlen gemacht. Diese Form ist immer recht kniffelig, denn es ist gar nicht so leicht, dass beide Perlenhälften gleich groß werden.

So, jetzt seid ihr wieder am Laufenden und ich werde jetzt wieder hinterm Brenner verschwinden.

Liebe Grüße

Michaela

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