Hallo,
wie bereits angekündigt, habe ich mir für mein neues Schnitzprojekt was moderneres vorgenommen. Das letzte war ja vom Osebergschiff – jetzt kommt was aus dem 10. Jahrhundert im Jellingsstil. In diesem Beitrag könnt ihr ein paar Werkstattbilder vom Weg aus den Abbildungen zu den ersten Schnitten sehen.
Im Museum im Haithabu bin schon vor dem Prachtschwert von Busdorf gestanden und dachte mir: “Also ehrlich, wenn ich ein Schwert wollte, genau das wäre es!” Ich kann aber nun mal mit einem Schwert nicht viel mehr anfangen als es anzuschauen. Also musste das Greiftier auf einen Gegenstand mit eher praktischem Bezug.
Zufälligerweise hat so ein Schwertknauf so ungefähr die Dimensionen der Nadeldose aus Birne, die ich für ein Schnitzprojekt vorbereitet habe. Das Abzeichnen des Greiftieres haben bereits Archäologen übernommen, denen man für ihre Arbeit gar nicht genug danken kann; ich musste nur noch ein Raster draufmalen und erst auf Papier, dann auf Holz abzeichnen.
Die Übertragungsmethode habe ich bei der letzten Nähzubehördose bereits erprobt. Auf das mit Leinöl eingelassene Holz wird zuerst dünn mit Bleistift vorgezeichnet – kleine Fehler lassen sich einfach abwischen – dann mit dickerem Strich die Linien deutlich zeichnen. Das Muster wird mit dem Kerbschnitzmesser eingeschnitten, dann mit einem weichen Radiergummi so lange drübergerubbelt, bis der Bleistift weg ist und der Gummiabrieb in den Schnitten hängt. Das Ergebnis sieht man auf dem Bild unten.
Im Moment bin ich halbwegs eifrig am Schnitzen, das dauert aber doch noch ein wenig. Sobald das erledigt ist und die Blechteile zum Deckelfesthalten angenietet sind, melde ich mich mit dem fertigen Doserl und Bildern, die weniger nach Werkstattskizzen aussehen.
Liebe Grüße
Andreas