Hallo,
heute stelle ich unser neues Werkzeug vor. Als ich solche Teile das erste (und einzige Mal) am Verkaufstisch eines Schmiedes gesehen habe, hatte ich ja noch gar keine Ahnung, was das jetzt sein soll. Hab’ auch nicht nachgefragt und nicht mehr drüber nachgedacht. Bis ich mal überlegt habe, wie man aus einem Stück Holz eigentlich einen Löffel rausbekommt.
Das ist nun ja eher Uwes Revier, das Bearbeiten von größeren Baumteilen. Er hat auch schon mit Erfolg seine Schnitzaxt eingesetzt, bei der Löffelmulde sind moderne Schnitzmesser aber eher Behelfsgerät. Da erinnerte ich mich wieder an die seltsamen Dinger, die ich beim Schmied gesehen hatte.
In der Wohnung schmieden geht nur mit einem Gasbrenner, der erhitzt aber nur Nägel auf Schmiedetemperatur. Was für ein kleines Schnitzmesser ja ausreicht. Eine Seite flachklopfen, anschleifen und über dem Hörnchen vom Amboss (dafür ist das Ding am Haithabu-Amboss also da) rund hämmern.
Diesmal habe ich an das Härten durch Abschrecken in Wasser gleich gedacht (nicht so wie bei der Lederahle) und anschliessend die Schneide geschliffen. Ich vermute, dass durch Schmieden in einem Kohlenfeuer der Stahl härter würde, aber das Ergebnis ist ausreichend.

Rausgekommen sind drei Schnitzmesser: Der Prototyp (so dünn, dass es sich leider durchbiegt) und ein Exemplar mit größerem Griff ging an Uwe, der hoffentlich bald seine ersten Löffel in den Blog stellt. Das dritte – mit etwas kleinerem Griff – habe ich mir behalten.
Liebe Grüße
Andreas
Hallo,
heute erzähle ich euch nicht viel, sondern zeig euch nur schnell Bilder von meinen letzten zwei fertiggesponnen Wollwerken. Beide gehören zur Kategorie “Corespinning” und haben als Kern weiße Nähseide.Vermessen habe ich die Schätzchen noch nicht…

Gestern wurde dieser Strang fertig… Mir gefallen die Farben sehr gut, und ich glaube, ich werde den Strang verweben…
Das war es auch schon wieder…
Liebe Grüße
- Michaela -
Hallo,
wie in der Überschrift schon erwähnt, habe ich die letzten fünf Tage unter Werkelentzug gelitten. Ich war beruflich unterwegs und wäre mir ziemlich blöd vorgekommen, wenn ich dabei mein Spinnrad mitgenommen hätte.
Also war ich gestern genau 30 min zu Hause, hab Andi und die Hundis plattgeknuddelt und mich dann auf meine Wolle gestürzt um meine nächsten Spinnprojekte auszusuchen. Dabei habe ich auch noch zwei Kammzüge gefunden, die ich vor einer Weile gefärbt, euch aber nie gezeigt habe. Also ist es heute so weit!
Kammzug Merino mit Seide
gefärbt mit Ashford
Der Kammzug ist ganz bunt und mit den verschiedensten Farben gefärbt. Allerdings sind die Farben nicht so knallig wie bei der Clownswolle sondern etwas zarter. Ich werde sie als nächstes verspinnen, noch bin ich aber unschlüssig, ob es ein ArtYarn oder normale gezwirnte Wolle werden soll…
Kammzug Merino mit Seide
gefärbt mit Ashford
Der Kammzug ist ganz toll und mir gefällt diese Farbkombination total gut. Ich habe übrigens auch wieder den Webrahmen aufgespannt und kann euch das Ergebnis hoffentlich bald zeigen…
Liebe Grüße
- Michaela -
P.S. Schaut mal auf Alvaras Blog. Sie verlost gerade einen tollen Strang Wolle… <3
Posted in Färben, Spinnen
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Hallo,
ich habe zwar das Gefühl, dass ich zu gar nichts komme im Moment, aber überraschender Weise sind doch immer wieder ein paar Werkeleien fertig, die ich euch zeigen kann.
Gestern habe ich meinen Ashford Webrahmen geschnappt und die Kette für Kissenbezüge aufgezogen. Eigentlich wollte ich ja weiße Sockenwolle dafür nehmen, doch die hätte ich erst bestellen müssen. Also habe ich mich durch meine Wollvorräte gewühlt und improvisiert.
Ich hatte noch 100g Merino-Seide Dochtgarn übrig, das ich mit Indigo in einem hübschen hellblau gefärbt habe. Nach etwas Rechnerei war aber klar, dass das nicht ausreichen würde. Andere blaue Wolle habe ich keine und so habe ich weiße Wolle gewählt.
Webi auf den Tisch, 30er Gatterkamm geschnappt und dann ging das lustige aufspannen los. Drei Schlitze in weiß, dann fünf Schlitze in blau und das bis ich eine Breite von ca. 46cm erreicht hatte.
Als Schussfaden habe ich den selbstgesponnenen Single von diesem Beitrag gewählt. Mit einem Hörbuch von Terry Prachett (“Der Zeitdieb”) in den Ohren habe ich dann den restlichen Tag webend verbracht und nach nur 6 Stunden war ich auch schon fertig.
Das gute Stück ist jetzt 119cm lang und 44cm breit. Daraus sollten sich ohne Probleme die Vorderseiten für meine Kissen ausgehen. Dann muss ich ja nur noch die Nähmaschine auspacken… *urgs*
Liebe Grüße
- Michaela -
Nach langer Abstinenz gibt es auch mal wieder was aus der Holzwerkstatt.
Dass dies länger nicht der Fall war hat mehrere Gründe: Ich habe mir im Keller eine kleine (Holz)werkstatt eingerichtet und eine Bandsäge angeschafft. Dann hab ich fleissig ausgesägt, zugeschnitten, geschliffen… Und dann hatte ich die Schnauze voll! Viele fast fertige Werkstücke warteten also nur darauf fertig geschliffen zu werden.
Vor ein paar Tagen hab ich nun also diese 3 Bretter fertig gemacht und mit Leinöl eingelassen. Die Schnitte der Bretter sind inspiriert durch die Holzfunde von Haithabu.

Die 2 großen Bretter sind aus Kiefernholz gefertig, welches ich im Wald gefunden habe. Da das Holz schon ein wenig verwittert war, mußte ich erstmal den Hobel rausholen um die Oberflächen herzurichten. Danach war dann auch noch entrinden angesagt. In den beiden steckt also jede Menge Arbeit, dafür freut mich das Ergebnis um so mehr!
Die Bretter haben die Maße von ca. 40 x 17 x 3 cm bzw. 31 x 18 x 3cm und sind daher eher als solide Schneide- oder Servierbretter zu betrachten.

Das kleine Brett ist aus Fichte gefertigt. Im Gegensatz zu den großen Geschwistern war hier der Arbeitsaufwand viel geringer, denn glücklicherweise hatte ich noch ein großes Fichtenbrett aus dem Bauhaus im Keller liegen.
Hier stand also nur zuschneiden und schleifen auf dem Programm. Das Brett hat die Maße von ca. 28 x 14 x 2 cm und kann z.B. als Essbrett verwendet werden.
Hallo,
seit ich jetzt stolze Besitzerin eines Webtieres bin – ähm, eines Ashford Rigid Heddle Looms – schwirren mir noch mehr potentielle Werkelprojekte im Kopf rum. Von den ungewaschenen Locken eines Schafes bis zu fertigen Wikingerklamotten kann ich jetzt schließlich jetzt alles selber machen *jhipie*
Aber man fängt ja klein an und so habe ich mir gedacht, unserem frisch umgeräumten Wohnzimmer fehlen kuschelige Sofabezüge. Also mal schnell ein bisschen Kammzüge in den Topf gepackt, Essig dazu und dann die Ashford-Farben dazugemixt. Herausbekommen habe ich einen wunderschönen, kuscheligen Kammzug, der es nicht mal mehr auf ein Foto geschafft hat, so schnell war er schon versponnen. Deshalbt nur ein Foto von der fertigen Spinnerei…
Merino mit Tencel
gefärbt mit Ashford
150g/245m
Ich habe einen einfachen Dick-Dünn-Single gesponnen, ich denke das schaut verwoben dann schön aus. Jetzt muss ich nur noch Sockenwolle bestellen und dann kann es auch schon los gehen…
Liebe Grüße
- Michaela -
Hallo,
ich habe schon länger nichts mehr geschrieben, man könnte ja fast meinen, ich werkel gar nichts mehr. Allerdings habe ich es in den letzten Tagen doch geschafft, ein paar Strang Wolle zu verspinnen, die ich euch in den nächsten Tagen zeigen möchte.
Als erstes habe ich mir das superweiche Merino/Seide – Gemisch vorgenommen, dass ich euch schon hier gezeigt habe. Da ich ja nur so wenig gefärbt hatte, habe ich mich entschlossen einmal Corespinning zu probieren. Dabei soll man ja mit der Faser extrem weit kommen. Da ich nichts anderes zu Hause hatte und natürlich sofort anfangen wollte, habe ich weiße Nähseide als Kern verwendet.
Merino/Seide (50/50)
gefärbt mit Ashford
50g /274m
Die Wolle ist nicht vollkommen gleichmäßig, aber mir gefällt das sehr gut. Die Farben sind wunderschön erhalten geblieben und durch den hohen Seideanteil glänzt die Wolle so richtig. Zwar weiß ich noch nicht genau was ich daraus machen werde, aber vielleicht verwende ich sie zum Weben, um ein paar Effektstreifen zu bekommen… mal schaun.
Liebe Grüße
- Michaela -
Hallo,
es kommt schon mal vor, dass ich was vergesse. Zum Beispiel Gewerkeltes am Blog einzustellen. Genau das ist mit meinen eingefassten Halbedelsteinen passiert, die schon seit Jahresanfang fertig sind.
Die Flechttechnik ist die gleiche wie bei den Wikingerflechtketten, aber anstatt ein Rundholz zu umflechten ranken sich die Drähte um die Steine. Abgebildet sind zwei mit versilbertem Kupferdraht und zwei mit Messing umschlungene Schmucksteine, alle bereits mit Öse oder Metallring zum Anhängen an ein Lederband oder eine Kette.
Ein besonders elegantes Stück ist der von dünnem Messing umfangene getrommelte Citrin, weil sich schon beim Flechten der Draht gleichmässig an die Steinkugel anschmiegte.
Liebe Grüße
Andreas
Hallo,
ja, ich gebe es zu. Die Nadeldosen haben mich gepackt. Diesmal wurde es eine aus Metall.
Solche Döschen wurden in mehreren Varianten in Birka und auf Island gefunden, alle zwischen 5 und 6 cm lang und mit 0.8 und 1.5 cm Durchmesser. Das Format ist also nur was für Nähnadeln. Mein Konstruktionsversuch entspricht einem Birkafund.
Sicher lassen sich Nadeln einfacher und vor allem billiger verstauen, besonders wenn man bedenkt, dass außer Messing auch Silber verwendet wurde. Bei der Herstellung musste ich zudem feststellen, dass die Verarbeitung auch mit modernem Werkzeug nicht wirklich einfach ist, besonders das Löten ist eine heikle Angelegenheit.
Die ersten beiden Messingröhren habe ich beim Lötversuch am Zweigasbrenner (Michis Glasperlenbrenner) ordentlich verbruzelt. Das Messinglot formte hässliche Klumpen und das Blech schmolz dahin… da braucht man mehr Übung, eindeutig. Die überlebende Nadeldose ist deshalb mit Elektrolot und Lötkolben verlötet. Das lässt erahnen, dass die originalen Nadelbehältnisse vor einem Jahrtausend kein Hofhandwerk waren, sondern von spezialisiertem Fachpersonal hergestellt wurden.
Bis ich Lust auf neuerliche Lotübungen habe (was noch nicht absehbar ist), bleibt das Döschen ein edles Einzelstück.
Liebe Grüße
Hallo,
heute möchte ich euch mein erstes längeres Webstück zeigen. Ich habe Sockenwolle als Kette gewählt, die ich vorher in zwei verschiedenen Tönen mit Walnuss gefärbt habe. Durch die unterschiedliche Farbe der Kettfäden entstehen schöne, helle Längsstreifen.
Um das Ganze noch etwas aufzupeppen (und das Weben spannender zu machen) habe ich schmale rote Streifen eingewoben. Die Wolle ist ein Merino/Seide – Gemisch und wurde mit Krappwurzel gefärbt.
Der Schal hat eine Breite von 27cm und ist genau 2m lang (ohne Fransen), so kann man sich richtig darin einkuscheln.
Als nächstes werde ich auf meinem Ashford Webrahmen die vollen 80cm aufspannen. Mal schaun, was da dann Schönes herauskommt…
Liebe Grüße
Michaela