Anleitung zum Messerscheidenbau und ein Wikingermesser für mich!

Hallo,

ein Arbeitsmesser braucht eine Scheide, die man immer am Gürtel haben kann, damit man auch immer arbeiten kann. Jetzt, nach meiner vierten Lederscheide, traue ich mich mal drüber eine Anleitung dafür zu schreiben.

Die Ausgangangsmaterealien sind:

  • Ein Messer. Ist aus Zwetschke mit einer grossen Schnitzklinge von Svante Djärv
  • Blech. 0,8mm Messing und 0,3mm Kupfer
  • Nieten – also Messingnägel
  • Leder. Ist vom Tiroler Almrind – hat also dort gelebt, wo andere Urlaub machen.
  • Messingstange 3mm – da werden die Ringe draus

Für den ersten Schritt wird das Messer in Plastikfolie eingepackt, damit es nicht nass wird. Das grosszügig zugeschnittene Leder darf für zwei Stunden baden gehen und wird eng um das Messer geschlungen und wird festgeklemmt. Dabei sind Unterlagen wichtig, die möglichst glatt sein müssen, weil sich jede Unebenheit ins Leder einprägt. Wenn das Leder trocken ist, geht’s ans Beschläge formen.

Da sind Papierschablonen und genaues Messen wichtig. Das Blech lässt sich übrigens wunderbar mit der Haithabu-Blechschere schneiden, auch Kurven sind da kein Problem. Feilen und Schleifen ist aber unerlässlich, braucht aber viel Zeit. Vorm Bohren werden die Blechteile schon bis Schleifkörnung 800 geschliffen und mit Stahlwolle poliert.

Die Messingstangen müssen weichgeglüht werden, bevor sie zu Ringen gebogen und zurechtgehämmert werden. Dann kommt auch schon das Vernieten!

Die Bohrungen müssen ziemlich genau zu den Nieten passen – also entweder probieren oder mit der Schublehre messen. Wenn die Nägel noch mit dem Hammer mit wenig Kraftaufwand durchgeklopft werden müssen, ist es richtig. Dann die überstehenden Stifte auf 1 bis 2mm mit dem Seitenschneider kappen. Die passende Länge variiert je nach Nagelstärke – ist ein bisschen Gefühlssache.

Als erstes die Nägel plattschlagen, das Ergebnis sieht man auf dem Foto recht gut. Ein Hammer mit gewölbter Bahn ergibt schon eine leichte Rundung. Jetzt wirds kitzelig: Mit der Kugelseite eines Treibhammers die Nieten rund hämmern, ohne dabei das Blech zu zerdellen. Weil das fast nicht geht, müssen kleine Kratzer und Beulen danach noch rausgeschliffen werden.

So, jetzt ist es geschafft! Na ja, zumindest fast. Das Blech wird mit Stahlwolle nochmal poliert, das Leder mit Leinöl eingelassen (das dunkelt das Leder und härtet nach ein paar Monaten aus und versteift die Scheide ein wenig) und mehrmals mit Lederfett behandelt. Unebenheiten im Leder lassen sich mit einem Falzbein ausstreifen. Weil das Leder noch Öl aus dem Messergriff zieht, wird auch der Griff noch mehrmals eingeölt.

So, jetzt ist es geschafft. Mein Wikingermesser ist fertig!

Liebe Grüße

Andreas

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One Response to Anleitung zum Messerscheidenbau und ein Wikingermesser für mich!

  1. Sabine says:

    Eine wunderschöne Arbeit!

    lg, Sabine

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