Feierabendspinnereien

Hallo!

Schon wieder ist es eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich euch das letzte Mal etwas von meinen Werkeleien gezeigt habe. Es eine logistische Herausforderung zu sein Werkeleien, Kamera, Tageslicht und Laptop zur selben Zeit in der selben Stadt anzutreffen. In Wien schaffe ich es leider nie Tageslichtfotos zu machen, da ich aus dem Haus gehe, wenn es draußen finster ist und wen ich abends zurückkomme ist die Sonne auch schon lange weg.  In Innsbruck denke ich oft an hundert andere Sachen, nur nicht ans fotographieren und dann geht es schon wieder ab nach Wien und das Ganze geht von vorne los.

Nicht so dieses Wochenende und darum kann ich euch endlich meine Feierabendspinnereien aus Wien zeigen. Als ich in die große Stadt ausgewandert bin musste mein Lenny natürlich mit mir mitkommen. So verbringen wir die Abende oft in trauter Zweisamkeit und ich arbeite meine im Sommer gefärbten Kammzüge ab. Die naturgefärbten Wolligkeiten sind alle im Sommerurlaub in Ostfriesland entstanden und beim Verarbeiten habe ich fast eine Priese Nordsee in der Nase… :)

Merino/Seide 50/50
gefärbt mit Orleanssaat
LL weiß ich nicht, ist aber ziemlich fluffig

Den Kammzug habe ich mit Orleanssaat gefärbt (1. Zug) und wie bei vielen pflanzengefärbten Kammzügen habe ich auch hier mit leicht filzigen Stellen zu kämpfen. Ich habe deshalb ein unregelmäßiges, dickes Garn gesponnen, dass ich auch nochmal mit sich selbst verzwirnt habe. Ich habe nämlich den Plan, mit eine Kuscheldecke aus pflanzengefärbten Garnen zu weben. Noch ist das Ganze nur ein Hirngespinst, aber ich fange schön langsam an Garne dafür zu produzieren.

Auch der nächste Strang wird Teil der Naturfarben-Decke und auch hierfür habe ich die Wolle im Urlaub gefärbt.

Neuseelandlamm
gefärbt mit Reseda & Indigo bzw. Indigo

Für dieses Garn habe ich zunächst ein Dick-Dünn-Garn gesponnen. Die dünnen Stellen habe ich aus dem grünen Kammzug gesponnen. Alle halbe Meter habe ich den Kammzug abgetrennt und einen dicken blauen “Blobbel” angestückelt. Anschließend habe ich mit pastellgrüner Nähseide gezwirnt und aus den dicken, blauen Stücken Coils gedreht. Dabei ist es wichtig, dass die Coils am Anfang und Ende mit der Nähseide fixiert werden, damit sie sich nicht mehr auflösen.

Teilweise wurden die  Coils so dick, dass ich meine liebe Mühe hatte, sie durch das Einzugsloch vom Lenny zu bekommen. Habe dann angefangen sie mit einer Häkelnadel durchzustopfen, was dazu führte, dass einige der Coils jetzt ziemlich mitgenommen aussehen… *ups*

Mir gefällt das Garn richtig gut und am liebsten mag ich es gar nicht verarbeiten, doch ich weiß, dass es verarbeitet bestimmt toll aussehen wird.

So, das war es im Moment wieder von mir. Ich werde mich jetzt meinen Terry Pratchett widmen (“Die lange Erde”) und hoffen, dass die Zugfahrt nach Wien schnell rum ist!

Liebe Grüße

Michaela

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