Gotland und Licht

Hallo,

hier habe ich mein Öllämpchen schon mal vorgestellt. Leider hat es beim Praxistest gnadenlos versagt: Befüllt mit Lampenöl und Docht spendete es einige Minuten lang wunderbares Licht, überhitzte und ging ganzheitlich in Flammen auf. Sehr hell, warm, kurze Brenndauer aber vor allem nicht gerade sicher und schon gar nicht vertrauenerweckend. Glücklicherweise erfolgte der Test im Freien auf feuchter Wiese.

Vor einigen Tagen versuchte ich unter angebrachten Sicherheitsvorkehrungen einen Probelauf mit historisch korrekterem Lampenfutter: Rapsöl. Das verwendeten bereits die Römer für ihre Lampen, nördlich der Alpen ist es jedoch erst ab dem 14. Jahrhundert nachgewiesen, aber mein Leinöl war grade aus. Das Ergebnis: Schönes Licht, kein Überhitzen, lange Brenndauer, alles wunderbar. Sobald die Lampe brennt kann man auch Butter zufüttern, aber wieder anzünden, wenn die Lampe länger aus war und der Docht mit kalter Butter angesogen ist, geht nicht.

Alternativ zum Docht habe ich einen winzigen brennenden Holzspan reingesetzt, dann klappt das auch mit einer halbfesten Butter-Öl-Mischung – diese Variante ist so auch auf den Fotos. Weitere Brennstoffe wie Schmalz möchte ich auch noch testen.

Im Hintergrund, von der Lampe beleuchtet, ist eine kleine Holzdose, auf der Bilder von einem Bildstein aus Gotland nachgeschnitzt sind. Man kann sehr gut erkennen, dass die beiden Männer, die die Klingen kreuzen, weite Hosen und interessanterweise auch Oberbekleidung mit sehr weiten Ärmeln tragen. Was man ebenso erkennen kann, ist, dass jeder der Männer eine Hand an der Fechtwaffe hat, mit einer Hand winkt und ganz offensichtlich mit seiner dritten Hand den Schild hält.

Auch die Darstellung des Drachenboots zeigt einiges an künstlerischer Freiheit. Nicht nur dass das Segel unsymetrisch ist, es sieht auch ganz danach aus, als würden die Wikis auf dem Boot spitze Hütchen auf den Köpfen haben und ausgiebig tanzen. Partyboot halt.

Um mit etwas ebenso authentischem, aber wesentlich ernsterem abzuschliessen: Die Hintergründe der Schnitzereien sind mit fein zermalenen Mineralpigmenten, die mit meinen letzten Tropfen Leinöl vermischt sind, rot bemalt.

Liebe Grüße

Andreas

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