Reisetasche

Hallo,

ich habe mich mal wieder über ein Nähprojekt getraut. Meine bisherigen Annäherungen an das Nähen waren ja fast immer zum Scheitern verurteilt, nur Taschen sind bislang gelungen. Zum Glück sollte es auch diesmal eine werden. Eine Reisetasche.

Das Ausgangsmaterial ist eine bedruckte Kunststoffplane von den Olympischen Jugendspielen. Haben die 2012 bei mir in der Arbeit liegen gelassen. Die Tragegurte sind ein beim Autowechsel übriggebliebener Spanngurt. Somit war das ganze ein “Upcycling-Projekt”. Sehr gut, Müllvermeidung gefällt mir. Dazu kamen noch ein Klettverschluss, ein Reissverschluss und ein Packerl Nähnadeln. Sattlergarn hatte ich schon zuhause. Somit liegen die Materialkosten bei € 3,80. Weil bei meinen Nähversuchen immer mit einem Totalverlust zu rechnen ist, war mir das ganz recht.

Die Anforderungen an die Tasche waren:

  • Platz für mein Gewand
  • Platz für Werkzeug (also lang genug für eine Axt)
  • Platz für Hundekram (Näpfe, Futter, Spielzeug und so)
  • Ein Extrafach für Schmutzwäsche, Schuhe und “Nichtwäschekram”
  • Ein Fach für das Akkuladegerät, das ich sonst dauernd vergesse
  • Feutigkeitsabweisendes Material
  • Die Tasche muss unbedingt in den Fussraum im Auto passen

Weil der Fussraum des Autos klarerweise gross genug für Schuhe ist, haben sich die Anforderungen an die Dimensionierung gut ergänzt: Was die Größe des Fußraums hat, hat auch die Größe für Schuhe. Das Schuhfach entsteht durch einen Innrenraumteiler, der wiederum hat Klettverschlüsse bekommen. Das hat zwei Vorteile: Man kann den Teiler umklappen oder rausnehmen und längere Gegenstände (zB eine Säge oder längere Axt) können durchgesteckt werden, ohne den Teiler rausnehmen zu müssen. Das dringend nötige Kleinkramfach (Ladegerät fürs Telefon!) ist im Innenraumteiler.

Die netten weissen Ränder, die die Tasche in Form halten, sind entstanden, indem ich einen Planenstreifen um eine Baumwollkordel genäht habe. Ausserdem sind sie die Verbindung zwischen den einzelnen Teilen, die steife Plane habe ich nicht anders zusammenähen können.

Die Abschlussfrage ist natürlich: Hat sich der Aufwand gelohnt? So viele Abende mit der Zange (die Plane ist wie Leder zu nähen, es sind bis zu vier Schichten) die Tasche zusammennähen? Immerhin bekommt man eine Tasche in der Größe um € 25 im Versandhandel! Ich habe Müll vermieden, Resourcen geschont und es wurden keine Textilarbeiter in Asien ausgebeutet. Also ja, für mich hat sich das ausgezahlt.

Liebe Grüße

Andreas

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One Response to Reisetasche

  1. Silvia says:

    Hey Andy,
    die ist aber schön geworden ! Es geht nichts über eine selbstgemacht Funktionstasche.
    Ich habe auch einige Selbstgemachte, sogar Handtaschen, einfach weil sie dann so sind wie man sie haben will. So was kann man nicht kaufen.

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