Ein bisschen Oseberg

Hallo,

ich mag ja Nähzubehördosen. Die sind klein, lieb und praktisch. Ich kannte bisher die aus Nowgorod und die aus Haithabu – bei beiden ist kein Deckel erhalten. Jetzt stolperte ich zufälligerweise über ein großes Holzdoserl aus dem Oseberg-Fundkomplex.

Angepasst an das Holz das ich hatte wurden das zwei schmale, lange Holzgefäße. Wie lang, das kann man am Foto gut sehen, ich habe einen Zollstock dazwischengelegt – es sind um die 7 bzw 10 Zoll.

Spannend für mich war das Austüfteln des Verschlusses. Prinzipiell könnte ich mir ja auch was mit Holzstiften und Bändern vorstellen – am besten funktioniert hat allerdings ein dünner Lederriemen. Öffnen und Verzurren geht einfach, die Schatulle bleibt zuverlässig und fest verschlossen – ich halte die Methode also für sehr plausibel.

Innen drinnen hat ordentlich was Platz. Nadeln aller Größen, Schere, Kleinzeugs und in der Großen sogar Nähgarn mitsamt Garnhalter. Außen rum ist alles bewusst einfach und robust gehalten. Die Oberfläche ist mit Axt und Messer geformt, nur mit Zieheisen geglättet und gewachst. Dadurch ist die Haptik so, wie ich mir das für einen alltäglichen Haushaltsgegenstand der späten Eisenzeit vorstelle: Griffigkeit ohne Rauheit, stabil, praktisch und haltbar.

Liebe Grüße

Andreas

This entry was posted in Holzarbeiten and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>